Schock: Fünf in einem Auto eingeklemmte Leichen am Grund einer Schlucht in Wernigerode gefunden
Schock: Fünf in einem Auto eingeklemmte Leichen am Grund einer Schlucht in Wernigerode gefunden

Wernigerode – Ein makaberer Fund erschütterte am frühen Dienstagmorgen die sonst so idyllische Harzstadt Wernigerode. Ein Spaziergänger entdeckte am Grund einer rund 40 Meter tiefen Schlucht ein völlig zerstörtes Fahrzeug. Als die alarmierten Rettungskräfte eintrafen, bot sich ihnen ein Bild des Grauens: Fünf Leichen, eingeklemmt in den Trümmern des Autos.
Nach Angaben der Polizei Wernigerode handelt es sich bei den Opfern um drei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren. Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass das Fahrzeug in der Nacht von der Landstraße L100 abgekommen und in die Tiefe gestürzt ist. Wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte, ist bislang unklar.
„Wir stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen. Es gibt verschiedene Szenarien, die wir prüfen: technisches Versagen, überhöhte Geschwindigkeit oder ein mögliches Ausweichmanöver“, erklärte Polizeisprecherin Anja Müller. Auch Fremdeinwirkung könne derzeit nicht ausgeschlossen werden.
Die Bergung gestaltete sich schwierig und dauerte mehrere Stunden. Feuerwehr und THW mussten schweres Gerät einsetzen, um das Wrack aus der Schlucht zu ziehen. Für die Rettungskräfte war der Einsatz psychisch belastend. „Ein solches Bild vergisst man nicht so schnell. Wir haben Seelsorger hinzugezogen, um unsere Einsatzkräfte zu unterstützen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.
Die Identität der Opfer konnte am Nachmittag teilweise geklärt werden. Zwei von ihnen stammen aus dem Raum Magdeburg, bei den anderen handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um Bekannte, die gemeinsam unterwegs waren. Ob sie auf dem Rückweg von einer Feier oder einem Ausflug waren, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet, um die genaue Todesursache zu klären. Zudem soll das Fahrzeugwrack von Gutachtern untersucht werden. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob ein technischer Defekt vorlag oder ob menschliches Fehlverhalten den Absturz verursachte.
Vor Ort legten Anwohner noch am Abend Blumen und Kerzen nieder. Viele zeigen sich geschockt. „So etwas kennt man sonst nur aus den Nachrichten, aber nicht von hier. Das ist furchtbar traurig“, sagte eine Anwohnerin mit Tränen in den Augen.
Der Unglücksort bleibt vorerst gesperrt, da die Straße in der Nähe der Absturzstelle Sicherheitsmängel aufweist. Straßenmeistereien prüfen nun, ob zusätzliche Leitplanken oder Warnschilder angebracht werden müssen, um ähnliche Tragödien in Zukunft zu verhindern.
Die Polizei bittet mögliche Zeugen, die in der Nacht ungewöhnliche Beobachtungen gemacht haben, sich dringend zu melden. Auch Dashcam-Aufnahmen aus dem Bereich könnten für die Ermittlungen von Bedeutung sein.
Die kleine Harzstadt steht unter Schock. Fünf Menschenleben ausgelöscht – eine ganze Region trauert.






