Bootsmanöver endet mit Unfall: Zug kracht in Getränkeautomat an Eisenbahnüberführung, drei Tote

Bootsmanöver endet mit Unfall: Zug kracht in Getränkeautomat an Eisenbahnüberführung, drei Tote
Ein ungewöhnliches und tragisches Unglück hat sich am späten Freitagabend in der Nähe von Koblenz ereignet. Was zunächst wie ein harmloses Bootsmanöver auf dem Rhein begann, endete in einer Katastrophe, als ein Regionalzug mit voller Geschwindigkeit in einen Getränkeautomaten krachte, der offenbar unter einer Eisenbahnüberführung abgestellt war. Nach ersten Polizeiangaben kamen dabei drei Menschen ums Leben, mehrere wurden verletzt.
Laut Augenzeugen begann das Unglück, als eine Gruppe von Bootsfahrern gegen 22 Uhr versuchte, ein besonders riskantes Wendemanöver am Rheinufer durchzuführen. Dabei sei ihr Boot ins Schlingern geraten und habe Teile einer kleinen Raststation beschädigt. Diese Raststation sei mit einem Getränkeautomaten ausgestattet gewesen, der durch die Kollision aus seiner Verankerung gerissen und unglücklich auf die Gleise geschoben wurde.
Nur wenige Minuten später raste ein Regionalzug aus Richtung Köln mit rund 120 km/h in den auf den Schienen stehenden Automaten. Trotz einer sofort eingeleiteten Notbremsung konnte der Lokführer die Kollision nicht mehr verhindern. Der Zug entgleiste teilweise, drei Waggons sprangen aus den Schienen.
„Es war ein Bild des Schreckens“, berichtet ein Anwohner, der das Unglück aus nächster Nähe beobachtet hatte. „Ein lauter Knall, dann Funkenflug und Schreie. Wir sind sofort hinausgerannt, um zu helfen.“
Die Einsatzkräfte waren innerhalb kürzester Zeit am Unglücksort. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste arbeiteten Hand in Hand, um die eingeklemmten Passagiere zu befreien. Dennoch kam für drei Menschen jede Hilfe zu spät. Mehrere weitere Insassen erlitten teils schwere Verletzungen und wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Lokführer erlitt einen Schock, blieb aber körperlich unverletzt.
Die Hintergründe des Vorfalls geben den Ermittlern Rätsel auf. Wie konnte ein Getränkeautomat auf die Schienen geraten, ohne dass jemand es bemerkte? Laut ersten Erkenntnissen war die Raststation nicht ordnungsgemäß gesichert. Auch wird geprüft, ob Alkohol im Spiel war, da Zeugen die Bootsfahrer als „laut und ausgelassen“ beschrieben.
Die Bahnstrecke blieb bis Samstagmittag gesperrt. Zahlreiche Reisende mussten Umleitungen und Verspätungen in Kauf nehmen. Die Deutsche Bahn zeigte sich betroffen und kündigte eine umfassende Untersuchung an.
Innenminister Herbert Reul äußerte sich erschüttert: „Es ist eine Tragödie, die so absurd wie erschreckend ist. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“
Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung gegen die Bootsfahrer. Ob sie den Getränkeautomaten absichtlich oder durch ein unkontrolliertes Manöver auf die Gleise brachten, bleibt vorerst unklar.
Fest steht: Dieses Unglück wird noch lange Fragen aufwerfen – nicht nur über die Sicherheit an Bahnstrecken, sondern auch über den leichtfertigen Umgang mancher Menschen mit potenziell lebensgefährlichen Situationen.






