Bus sieht Wende – vier Menschen starben, darunter ein einjähriges Kind
Bus sieht Wende – vier Menschen starben, darunter ein einjähriges Kind

Ein tragischer Unfall hat sich am späten Mittwochabend in einer mitteldeutschen Kleinstadt ereignet. Ein Linienbus kollidierte auf einer Landstraße mit einem wendenden Lieferwagen. Nach Angaben der Polizei starben bei dem Unglück vier Menschen, darunter auch ein einjähriges Kind. Mehrere weitere Fahrgäste wurden schwer verletzt.
Der Unfall geschah gegen 21.30 Uhr auf der Bundesstraße 17 in der Nähe von Langenried. Ein Lieferwagen hatte offenbar auf freier Strecke versucht, zu wenden. Der aus der Gegenrichtung kommende Bus konnte trotz einer Vollbremsung nicht mehr rechtzeitig anhalten und prallte frontal in die Seite des Wagens. Durch die Wucht des Aufpralls kippte der Bus auf die Fahrerseite und rutschte mehrere Meter über den Asphalt.
„Das Bild vor Ort war erschütternd“, sagte Einsatzleiterin Karin Hofmann von der örtlichen Feuerwehr. „Wir fanden einen völlig zerstörten Kleintransporter, der Bus lag quer über die Fahrbahn. Viele Menschen waren eingeklemmt, wir mussten mehrere Passagiere mit schwerem Gerät befreien.“
Im Lieferwagen befanden sich eine junge Familie mit ihrem Kleinkind. Für den Vater (32), die Mutter (30) und das einjährige Kind kam jede Hilfe zu spät. Sie verstarben noch am Unfallort. Im Bus erlag ein 64-jähriger Fahrgast seinen Verletzungen, zwölf weitere Insassen wurden in umliegende Kliniken gebracht. Drei von ihnen befinden sich nach Angaben der Ärzte in Lebensgefahr.
Die Polizei hat Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. „Nach ersten Erkenntnissen hat der Fahrer des Transporters das Wendemanöver auf einer unübersichtlichen Stelle begonnen“, erklärte Polizeisprecher Jens Möller. „Der Busfahrer hatte keine Chance mehr, den Zusammenstoß zu verhindern.“ Ein technischer Defekt könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, entsprechende Gutachten seien in Auftrag gegeben.
Vor Ort waren mehr als 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Auch zwei Rettungshubschrauber wurden angefordert, um Schwerverletzte schnell in Spezialkliniken zu bringen. Die Bundesstraße blieb bis in die frühen Morgenstunden gesperrt.
Die Stadt zeigte sich tief erschüttert. Bürgermeisterin Ulrike Wagner sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus: „Dieser Abend ist ein schwarzer Tag für unsere Gemeinde. Unser Mitgefühl gilt den Familien der Verstorbenen und den Verletzten, die um ihr Leben kämpfen.“
Psychologen betreuten sowohl überlebende Fahrgäste als auch Einsatzkräfte, die mit den dramatischen Szenen konfrontiert waren. Viele Anwohner legten am Donnerstagmorgen Blumen und Kerzen an der Unfallstelle nieder.
Das Unglück wirft erneut Fragen zur Verkehrssicherheit auf Landstraßen auf. Experten fordern seit Jahren, riskante Wendemanöver stärker zu sanktionieren und bestimmte Strecken besser auszuleuchten. „Jeder Unfall ist einer zu viel, aber dieser zeigt in schrecklicher Deutlichkeit, welche fatalen Folgen ein kurzer Moment der Unachtsamkeit haben kann“, so Verkehrsexperte Martin Schenk.
Die Ermittlungen dauern an. Ein endgültiger Unfallbericht wird in den kommenden Wochen erwartet.






