Zwei Tote in Niedersachsen: Zug erfasst Pkw an Bahnübergang und schleift ihn mit
Zwei Tote in Niedersachsen: Zug erfasst Pkw an Bahnübergang und schleift ihn mit

Niedersachsen – Bei einem tragischen Unfall am Dienstagabend sind in Niedersachsen zwei Menschen ums Leben gekommen, nachdem ein Regionalzug an einem unbeschrankten Bahnübergang einen Pkw erfasst und mehrere Hundert Meter mitgeschleift hat. Der Vorfall ereignete sich gegen 18:30 Uhr in der Nähe von Celle, im Landkreis Uelzen, und hat in der Region große Betroffenheit ausgelöst.
Nach ersten Angaben der Polizei überquerte das Auto den Bahnübergang trotz herannahender Bahn. Die Sicht war aufgrund der Vegetation und der tiefstehenden Sonne eingeschränkt. Der Lokführer des Regionalzugs, der mit etwa 80 Kilometern pro Stunde unterwegs war, konnte trotz Notbremsung den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Das Auto wurde frontal erfasst und rund 300 Meter mitgeschleift, ehe der Zug zum Stehen kam.
In dem Pkw befanden sich zwei Personen – ein Mann und eine Frau im Alter von etwa 50 Jahren. Beide Insassen erlagen noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Die Feuerwehr musste die Leichen mit schwerem Gerät aus dem völlig zerstörten Fahrzeugwrack bergen. Ein Notfallseelsorger betreute die Einsatzkräfte und Zeugen, die den Vorfall beobachtet hatten.
Die rund 60 Fahrgäste im Zug blieben glücklicherweise unverletzt, standen jedoch unter Schock. Die Bahnstrecke zwischen Celle und Uelzen wurde für mehrere Stunden vollständig gesperrt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Die Ermittler der Bundespolizei und ein Gutachter für Bahnunfälle wurden an die Unfallstelle gerufen, um die genaue Ursache des Unglücks zu klären.
Der Bahnübergang, an dem es zu dem tödlichen Unfall kam, ist nicht mit Schranken gesichert – lediglich mit einem Andreaskreuz und einem Warnlicht. In der Vergangenheit war dieser Übergang bereits mehrfach Thema in der lokalen Politik, da Anwohner seit Jahren eine bessere Sicherung forderten. Nach dem aktuellen Vorfall fordern viele nun erneut den schnellen Einbau von Schranken oder eine technische Aufrüstung zur Erhöhung der Sicherheit.
Die Deutsche Bahn zeigte sich tief betroffen. Ein Sprecher erklärte: „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer. Wir unterstützen die Ermittlungen der Behörden in vollem Umfang.“ Auch Niedersachsens Verkehrsminister äußerte sich erschüttert über das Geschehen und kündigte eine Überprüfung der Sicherheitsstandards an Bahnübergängen im ganzen Land an.
Unfälle an unbeschrankten Bahnübergängen sind zwar selten, verlaufen jedoch häufig tödlich. Experten warnen regelmäßig vor der Gefahr und appellieren an Autofahrer, besonders vorsichtig zu sein – insbesondere bei schlechter Sicht oder unübersichtlichen Übergängen. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern an. Ein abschließender Bericht wird in den kommenden Wochen erwartet.






